Was ist eine Krisensimulation?

Eine Krisensimulation Inhouse ist eine strukturierte Übung, bei der ein realistisches Krisenszenario durchgespielt wird — ohne die Folgen eines echten Vorfalls. Ziel ist es, die Leistungsfähigkeit des Krisenstabs unter Druck zu testen, Schwachstellen im Krisenplan zu identifizieren und das Team für den Ernstfall zu trainieren.

Anders als Schulungen und Präsentationen erzeugt eine Krisensimulation echten Entscheidungsdruck: Informationen kommen lückenhaft, die Zeit läuft, und die Konsequenzen der Entscheidungen werden unmittelbar sichtbar gemacht.

Arten von Krisensimulationen

Tabletop Exercise (Tischübung)

Der Krisenstab sitzt zusammen und spielt ein Szenario Schritt für Schritt durch. Keine physischen Aktionen, keine laufenden Systeme — aber volle Entscheidungssimulation. Die Tabletop Exercise ist ideal für den Einstieg, für neue Krisenstabsmitglieder und für die Überprüfung von Krisenhandbüchern und Eskalationslinien.

Funktionale Übung

Einzelne Funktionen des Krisenmanagements werden unter realen Bedingungen getestet: Kommunikationssysteme, Lagemeldungen, interne Benachrichtigungsprozesse. Die funktionale Übung ist ein Mittelweg zwischen Tischübung und Vollübung.

Vollübung (Full-Scale Exercise)

Das vollständige Krisenmanagement-System wird unter simulierten Echtbedingungen aktiviert. Mitarbeitende reagieren auf eingehende Meldungen, der Krisenstab tritt zusammen, und alle Prozesse — inklusive Kommunikation nach innen und außen — werden durchgespielt. Vollübungen sind aufwendig, aber unübertroffen in ihrer Wirkung.

Cyber-Krisenübung

Speziell für IT-Krisen: Ein simulierter Ransomware-Angriff oder Datenleck wird als Ausgangspunkt genommen. Cyber Krisenmanagement Training und Krisensimulation kombiniert.

Unsere Szenarien

Wir entwickeln Szenarien, die zu Ihrer Branche, Ihrer Infrastruktur und Ihrem spezifischen Risikoprofil passen. Typische Szenarien:

  • Ransomware-Angriff auf die Unternehmensinfrastruktur
  • Ausfall eines kritischen Zulieferers (Single Source)
  • Produktrückruf und Reputationskrise
  • Betriebsunterbrechung durch Stromausfall oder Naturkatastrophe
  • Datenleck mit DSGVO-Meldepflicht
  • Mediale Krise und Social-Media-Sturm
  • KRITIS-spezifische Szenarien (Energie, Wasser, Finanz, Gesundheit)

Wie läuft eine Inhouse-Krisensimulation ab?

Phase 1: Vorbereitung (2–4 Wochen vor der Übung)

Gemeinsam mit Ihnen legen wir Übungsziele, Szenario, Teilnehmerkreis und Format fest. Wir sichten vorhandene Krisenhandbücher und passen das Szenario an reale Schwachstellen an. Kein Standardszenario — immer individuell entwickelt.

Phase 2: Durchführung (4–8 Stunden)

Ein Übungsleiter und ein Beobachterteam führen die Simulation durch. Injects (neue Informationen, Eskalationen, Medienanfragen) kommen in realistischen Abständen. Wir dokumentieren Entscheidungen, Reaktionszeiten und Kommunikationsmuster.

Phase 3: Auswertung (Hot Wash-Up)

Unmittelbar nach der Übung folgt eine moderierte Auswertungsrunde mit allen Teilnehmenden. Was lief gut? Wo waren die Schwachstellen? Welche Prozesse müssen angepasst werden?

Phase 4: Schriftlicher Übungsbericht

Innerhalb von zwei Wochen erhalten Sie einen detaillierten Bericht mit Beobachtungen, Stärken, Verbesserungsempfehlungen und konkreten nächsten Schritten.

Was bringt eine Krisensimulation wirklich?

Unternehmen, die regelmäßig Krisensimulationen durchführen, reagieren im Ernstfall nachweislich schneller, koordinierter und mit weniger Fehlern. Die wichtigsten Erkenntnisse aus unseren Übungen:

  • Informationsflüsse im Krisenstab sind oft unklarer als gedacht
  • Entscheidungsbefugnisse sind nicht eindeutig genug definiert
  • Kommunikation nach außen wird zu lange verzögert
  • Technische Ausfallszenarien sind besser geübt als menschliche Krisenführungsprozesse

Jetzt Krisensimulation anfragen

Wir begleiten Sie von der Szenario-Entwicklung bis zur schriftlichen Auswertung. Kontaktieren Sie uns für ein Erstgespräch — wir analysieren Ihre Situation und empfehlen das passende Format. Als Teil unserer Inhouse-Krisentrainings kann die Krisensimulation nahtlos in ein breiteres Krisenbereitschaftsprogramm integriert werden.