Physischer Penetrationstest in Deutschland wird 2026 zu einer zentralen Sicherheitsmaßnahme, auf die Unternehmen zunehmend angewiesen sind. Während Cybersecurity in den letzten Jahren enorme Aufmerksamkeit bekommen hat, bleibt der physische Zugriff auf Gebäude, Büroräume, Produktionsstätten, Rechenzentren, Labore oder kritische Infrastruktur einer der einfachsten und effektivsten Wege für Angreifer.
Kriminelle, Industriespione, Extremisten und professionelle Social-Engineering-Teams nutzen physische Schwachstellen gezielt aus. In einer Welt, in der hybride Bedrohungen Normalität sind, reicht es nicht mehr, digitale Systeme zu schützen – Unternehmen müssen prüfen, ob ein Angreifer durch die Tür, über den Zaun, über Mitarbeiter oder über Störungen des Prozesses hineinkommen kann.
Dieser Artikel erklärt, warum physische Penetrationstests 2026 unverzichtbar sind, welche Bedrohungen typisch sind, welche Methoden professionelle Testteams verwenden, welche Fehler Unternehmen vermeiden müssen und wie die Deutsche Akademie für Krisenmanagement Organisationen beim Aufbau sicherer Strukturen unterstützt.
1. Warum physische Penetrationstests 2026 so wichtig sind
1.1 Hybride Bedrohungen steigen rasant
Angriffe verlaufen zunehmend gemischt:
- digitale Vorbereitung
- physische Ausführung
- Manipulation menschlicher Faktoren
- anschließende Cyberausnutzung
1.2 Professionalisierung der Täter
Moderne Angreifer nutzen:
- Social Engineering
- gefälschte Ausweise
- Drohnen
- Zugang über Lieferketten
- Insiderunterstützung
1.3 Viele Unternehmen überschätzen ihre Zutrittskontrollen
Beliebte Aussagen, die sich als falsch herausstellen:
- „Unsere Sicherheitsleute kennen jeden Mitarbeiter.“
- „Ohne Ausweis kommt hier niemand rein.“
- „Unsere Türen sind sicher.“
- „Das würde sofort auffallen.“
Penetrationstests beweisen regelmäßig das Gegenteil.
1.4 Rechtliche und regulatorische Anforderungen steigen
Vor allem relevant für:
- KRITIS-Unternehmen
- Energieversorger
- Logistik & Transport
- Finanzindustrie
- chemische Industrie
- Gesundheitswesen
1.5 Risiken entstehen nicht nur durch organisierte Kriminalität
Auch folgende Tätergruppen greifen vermehrt an:
- Aktivisten
- neugierige Hobby-Angreifer
- unzufriedene Mitarbeitende
- Standortfotografen
- externe Dienstleister
2. Welche Angriffe physische Penetrationstests simulieren
2.1 Zutrittsversuche durch Social Engineering
Typische Rollen:
- Paketbote
- Techniker
- Reinigungsfirma
- IT-Support
- Besucher eines Meetings
2.2 Tailgating / Piggybacking
Der Klassiker:
Angreifer geht einfach mit einer Gruppe hinein.
2.3 Angriff auf Zutrittssysteme
Methoden:
- RFID-Cloning
- NFC-Emulation
- Zugang mit gestohlenen Ausweisen
- Fehler in Schließsystemen
2.4 Angriff auf physische Barrieren
Beispiele:
- Überklettern
- Aufhebeln
- ungesicherte Nebeneingänge
- schlecht geschützte Servicetüren
2.5 Manipulation von Besuchermanagement
Oft reicht:
- ein falsch ausgefülltes Formular
- eine gefälschte E-Mail
- ein überzeugendes Auftreten
2.6 Test von Alarm- & Überwachungssystemen
Schwachstellen:
- tote Winkel
- fehlerhafte Sensoren
- schlecht positionierte Kameras
2.7 Zugriff auf kritische Bereiche
Unter anderem:
- Serverräume
- Labore
- Produktionssteuerung
- Archivräume
- HR-Bereiche
- Vorstandsetagen
2.8 Dokumenten- und Informationssicherung
Penetrationstester prüfen:
- offene Dokumente
- ungesicherte Ausdrucke
- ungeschredderte Akten
- Notizzettel mit Passwörtern
3. Die größten Schwachstellen, die in Deutschland 2026 gefunden werden
3.1 Unzureichende Sensibilisierung von Mitarbeitenden
Die häufigste Ursache:
- Mitarbeitende lassen Angreifer rein
- geben Auskünfte
- helfen vermeintlich „freundlichen“ Personen
3.2 Intransparente oder veraltete Zutrittssysteme
Viele Organisationen nutzen:
- veraltete Schließkarten
- unzureichende Berechtigungsmodelle
- fehlende Audit-Funktionen
3.3 Mangelhafte Besucherkontrolle
Probleme häufig:
- Besucher erhalten generellen Zugang
- keine Begleitung
- falsche Ausweispflicht
3.4 Externe Dienstleister sind ein Einfallstor
Angreifer imitieren:
- Reinigungskräfte
- Handwerker
- IT-Support
- Catering
3.5 Fehlende Kontrolle von Nebeneingängen
Viele erfolgreiche Angriffe passieren in:
- Raucherzonen
- Lieferzoneneingängen
- Tiefgaragen
- Kantinenzugängen
3.6 Fehlende Reaktion im Fall eines Vorfalls
Unternehmen erkennen oft nicht, dass sie kompromittiert wurden.
4. Wie physische Penetrationstests ablaufen
4.1 Phase 1 – Information Gathering
OSINT, Beobachtung, Social Engineering Vorbereitung.
4.2 Phase 2 – Planung des Angriffs
Angriffspfade werden entworfen.
4.3 Phase 3 – Durchführung
Simulation realer Angreifer:
- Zutrittsversuche
- Barrieren überwinden
- Mitarbeitende testen
- Dokumente sichern
- Systeme prüfen
4.4 Phase 4 – Dokumentation
Alle Schritte werden dokumentiert.
4.5 Phase 5 – Präsentation der Ergebnisse
Bericht enthält:
- Schwachstellen
- Risikoanalyse
- Fotos
- Empfehlungen
4.6 Phase 6 – Maßnahmenplan
Umsetzung konkreter Schutzmaßnahmen.
5. Vorteile eines professionellen physischen Penetrationstests
5.1 Realistische Sicherheitsbewertung
Keine Theorie – echte Ergebnisse.
5.2 Erkennen unentdeckter Risiken
Viele Schwachstellen werden intern nie bemerkt.
5.3 Stärkung von Resilienz & Krisenmanagement
Physische Tests sind Teil:
- der operativen Sicherheit
- der Informationssicherheit
- des Krisenmanagements
5.4 Schutz vor Industriespionage
Deutschland bleibt ein Kernziel internationaler Spionage.
5.5 Trainingseffekt für Mitarbeitende
Das Bewusstsein steigt spürbar.
6. Was Unternehmen bei Penetrationstests 2026 beachten müssen
6.1 Rechtliche Rahmenbedingungen
Tests müssen:
- angekündigt / genehmigt sein
- DSGVO-konform sein
- dokumentiert werden
6.2 Klare Grenzen definieren
Beispiele:
- keine Brandgefahren
- keine Gewaltanwendung
- kein Eindringen in private Bereiche
6.3 Zusammenarbeit mit internen Sicherheitsverantwortlichen
Transparenz ist entscheidend.
6.4 Nachbereitung professionell durchführen
Ein Test ist nur wertvoll, wenn Maßnahmen folgen.
7. Physische Penetrationstests und ihre Rolle im Sicherheitskonzept
7.1 Bestandteil einer Zero-Trust-Strategie
„Vertraue niemandem, überprüfe alles.“
7.2 Ergänzung zu Cyber Penetration Tests
Beide Bereiche greifen ineinander.
7.3 Verbindung zu Informationssicherheit & Datenschutz
Viele Datenschutzverletzungen starten physisch.
7.4 Teil der Resilienzstrategie
Unternehmen werden widerstandsfähiger.
8. Unterstützung durch die Deutsche Akademie für Krisenmanagement
8.1 Inhouse-Trainings zu physischer Sicherheit & Social Engineering
8.2 Workshops zu Penetrationstests & operativer Sicherheit
8.3 Audits & Standortsicherheitsbewertungen
8.4 Coaching für Sicherheits- und Krisenführungskräfte
8.5 Zertifizierungen für physische Sicherheitsstrukturen
Fazit
Ein physischer Penetrationstest in Deutschland wird 2026 für Unternehmen unverzichtbar. Hybride Angriffe, Social Engineering, organisierte Kriminalität und geopolitische Bedrohungen erfordern realistische Tests, um Schwachstellen zu erkennen, bevor echte Angreifer sie ausnutzen. Unternehmen, die ihre Resilienz ernst nehmen, führen regelmäßige physische Penetrationstests durch – so wie sie auch Cybertests durchführen.
KontaktExternal Sources
- ENISA – Physical Security & Facility Protection
https://www.enisa.europa.eu - ASIS International – Physical Security Standards
https://www.asisonline.org - Europol – Organized Crime Threat Assessments
https://www.europol.europa.eu - European Commission – Critical Infrastructure Protection
https://commission.europa.eu - OECD – Security & Resilience Reports
https://www.oecd.org

