Über den Kurs

KRITIS Resilienz ist seit dem 17. März 2026 keine freiwillige Übung mehr: Mit dem KRITIS-Dachgesetz und der zugrunde liegenden EU-CER-Richtlinie (2022/2557) gelten für rund 1.300 deutsche Betreiber Kritischer Infrastrukturen verbindliche Pflichten – Registrierung beim BBK bis 17. Juli 2026, eine Risikoanalyse binnen 9 Monaten und ein belastbarer Resilienzplan binnen 10 Monaten nach Registrierung. Wer diese Fristen verpasst, riskiert Bußgelder von bis zu 500.000 Euro bei rein physischen Verstößen beziehungsweise bis zu 10 Millionen Euro oder 2 Prozent des weltweiten Jahresumsatzes bei kombinierten Verstößen gegen KRITIS-Dachgesetz und NIS2. Dieser Zertifikatskurs übersetzt den neuen Rechtsrahmen in ein praxistaugliches Resilienzmanagement nach BSI-Standard 200-4.

Die sechs Module im Überblick

Modul 1 legt den rechtlichen Grundstein: Herkunft aus der EU-CER-Richtlinie, betroffene Sektoren und Schwellenwerte sowie die konkreten Fristen und Meldepflichten. Modul 2 vermittelt den Aufbau von Resilienz nach BSI-Standard 200-4 – von den drei Reifegraden Reaktives BCM, Aufbau-BCM und Standard-BCM bis zur Verzahnung mit dem PDCA-Zyklus und der BCM-Aufbauorganisation, die im Ernstfall in den Krisenstab eskaliert. Die Module 3 bis 5 machen die Theorie an vier sorgfältig recherchierten Fallstudien greifbar: der Ahrtal-Flutkatastrophe 2021 mit ihrem mehrfachen Versagen der Frühwarnkette, dem Ransomware-Angriff auf die Südwestfalen-IT 2023 mit seinem Kaskadeneffekt auf 172 Kommunen und 22.000 Arbeitsplätze, der bis heute ungeklärten Nord-Stream-Sabotage 2022 und dem GSM-R-Ausfall der Deutschen Bahn 2022 – ein Fall, der zunächst öffentlich als Sabotage eingeordnet wurde und sich 2024 als zufälliger, unabhängiger Kupferdiebstahl herausstellte. Modul 6 führt alles zusammen: die korrekte Meldung im Ernstfall an die gemeinsame BBK-BSI-Anlaufstelle und die Integration von KRITIS-Resilienz in eine bestehende Krisenorganisation, ohne eine teure Doppelstruktur aufzubauen.

Alle Rechtsstände und Zahlen im Kurs sind mit Stand August 2026 gekennzeichnet, da die untergesetzliche Konkretisierung der KRITIS-Verordnung zum Zeitpunkt der Erstellung noch andauert.

Fundierte Recherche und sachliche Einordnung

Alle vier Fallstudien basieren auf einer sorgfältigen Recherche vom August 2026 sowie auf behördlichen und gerichtlichen Feststellungen. Bei ungeklärten Fällen wie Nord Stream präsentiert der Kurs bewusst keine der kursierenden Theorien als gesichert, sondern vermittelt, wie eine seriöse Krisenkommunikation mit Unsicherheit umgeht. Der Vergleich mit dem inzwischen aufgeklärten Bahn-Fall zeigt zugleich, wie schnell eine vorschnelle Sabotage-Erzählung entstehen kann und warum sie später korrigiert werden musste – eine zentrale Lehre für die eigene Kommunikationsstrategie im Ernstfall.

Aufbau und Format

Der Kurs umfasst 6 Module mit 18 Lektionen und eine Gesamtdauer von rund 12 Stunden. Er ist vollständig online und im eigenen Tempo absolvierbar, mit Praxisbeispielen, eigens erstellten Diagrammen zu den wichtigsten Prozessen – etwa der KRITIS-Meldekette und der BSI-200-4-Reifegradpyramide – sowie wiederkehrenden Wissens-Checks zur Lernkontrolle.

Zertifizierung

Jedes Modul schließt mit einem Wissens-Check von 10 Fragen ab, der Kurs mit einer Abschlussprüfung von 24 Fragen, 30 Minuten Zeitlimit, 3 Versuchen und 60 Prozent Bestehensgrenze. Bei erfolgreichem Abschluss erhalten Teilnehmende das Zertifikat „Zertifizierter Resilienzmanager Kritischer Infrastrukturen“.

Praxisnutzen für Ihre Organisation

Der Kurs liefert nicht nur Wissen, sondern direkt einsetzbare Werkzeuge: eine Checkliste zur KRITIS-Betroffenheitsprüfung nach Sektoren und Schwellenwerten, einen Fristen- und Pflichten-Tracker für Registrierung, Risikoanalyse und Resilienzplan sowie einen konkreten Ablaufplan für die 24-Stunden-Meldung an die BBK-BSI-Anlaufstelle. So lässt sich das Gelernte unmittelbar in die eigene Organisation übertragen – ob als Grundlage für die Registrierung, als Input für den Resilienzplan oder als Vorbereitung des Krisenstabs auf den Ernstfall.

Für wen ist dieser Kurs?

Der Kurs richtet sich an Verantwortliche für Sicherheit und Resilienz bei KRITIS-Betreibern, an Business-Continuity-, Risiko- und Compliance-Manager, an Mitglieder von Krisenstäben sowie an Geschäftsführung und Aufsichtsgremien, die Haftungsrisiken verstehen wollen. Er baut auf den Kursen Notfallplanung & Business Continuity: Grundlagen (B03-BCE) und Business Impact Analyse (I01-BIA) auf und vertieft deren Methodik im spezifischen Kontext Kritischer Infrastrukturen.

Nach Abschluss sind Sie in der Lage, die KRITIS-Pflichten Ihrer eigenen Organisation eigenständig zu prüfen, einen ersten Resilienzplan zu entwerfen und im Ernstfall fristgerecht und rechtssicher zu melden.

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Was werde ich lernen?

  • Das KRITIS-Dachgesetz verstehen: Fristen, Pflichten und Bußgelder für Betreiber Kritischer Infrastrukturen
  • Resilienz nach BSI-Standard 200-4 systematisch aufbauen (Reaktiv-, Aufbau- und Standard-BCM)
  • Die eigene Organisation auf Betroffenheit prüfen und Registrierungs-, Melde- und Berichtspflichten einhalten
  • Aus vier realen Fallstudien lernen: Ahrtal-Flut, Südwestfalen-IT, Nord Stream und Deutsche Bahn
  • Frühwarnketten und Redundanzannahmen kritisch prüfen und Single Points of Failure erkennen
  • KRITIS-Resilienz in eine bestehende Krisenorganisation und den Krisenstab integrieren

Kursinhalt

Modul 1: Der neue Rechtsrahmen
KRITIS-Dachgesetz, EU-CER-Richtlinie und die neuen Pflichten für Betreiber kritischer Infrastrukturen.

  • 1.1 Von der EU zur nationalen Pflicht: Die CER-Richtlinie und Deutschlands Umsetzung
  • 1.2 Wer ist betroffen? Sektoren, Schwellenwerte und die 1.300 Betreiber
  • 1.3 Der Fristenplan: Registrierung, Risikoanalyse, Resilienzplan und Bußgelder
  • Wissens-Check Modul 1: Der neue Rechtsrahmen

Modul 2: Resilienz aufbauen (BSI-Standard 200-4)
Reifegrade nach BSI 200-4, der PDCA-Zyklus und der Aufbau der BCM-Aufbauorganisation (BAO).

Modul 3: Naturgefahren (Fallstudie Ahrtal 2021)
Die Ahrtal-Flutkatastrophe 2021: Zeitstrahl, Versagen der Frühwarnkette und die Resilienzreformen danach.

Modul 4: Cyber-Bedrohungen (Fallstudie Südwestfalen-IT 2023)
Der Ransomware-Angriff auf die Südwestfalen-IT: Angriffsmechanik, Kaskadeneffekt auf 72 Kommunen und Meldepflichten in der Praxis.

Modul 5: Physische Bedrohungen und geopolitische Sabotage
Nord-Stream-Sabotage 2022 und der GSM-R-Ausfall der Deutschen Bahn: eine ungeklärte und eine aufgeklärte Fallstudie zum Prüfen von Redundanzannahmen.

Modul 6: Krisenreaktion, Meldewesen und Synthese
Meldepflichten im Ernstfall, Integration in die bestehende Krisenstab-Struktur und Zusammenfassung aller vier Fallstudien.

Abschlussprüfung
Zertifizierungsprüfung: 24 Fragen aus allen sechs Modulen, 30 Minuten Zeitlimit, 3 Versuche, 60 % Bestehensgrenze.

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