Eine Cyber-Krise verläuft anders als jede andere Krise – schneller, unsichtbarer und oft doppelt: die eigenen Systeme und fremde Daten sind gleichzeitig betroffen. Dieser Fortgeschrittenen-Kurs zeigt, wie Sie den Krisenstab aus unserem Kurs „Krisenstab aufbauen, führen & beüben“ gezielt auf die Cyber-Krise anwenden: die ersten 60 Minuten nach einem Ransomware-Befall, die neuen NIS2-Meldepflichten und was die Fälle Uniklinik Düsseldorf und Landkreis Anhalt-Bitterfeld lehren. Anhand des Praxisfalls Delron Pumpen- und Armaturentechnik GmbH – deren Systeme an einem Montagmorgen plötzlich verschlüsselt sind – lernen Sie die Incident-Response-Phasen nach ISO/IEC 27035, die Entscheidung Lösegeld ja/nein und wie Sie Ihren Cyber-Krisenstab durch Übungen wirklich einsatzfähig machen.
Kursüberblick
- Format: Online, selbstständig im eigenen Tempo (On-Demand)
- Gesamtdauer: ca. 9 Stunden, 5 Module mit je 3 Lektionen
- 5 Modultests (je 10 Fragen) + Abschlussprüfung (20 Fragen)
- Bestehensgrenze: jeweils 60 Prozent – Zertifikat nach bestandener Abschlussprüfung
- Empfehlung: Abschluss von I02-CST empfohlen (Krisenstab-Grundstruktur wird vorausgesetzt und nicht wiederholt)
Kursinhalte im Überblick
Modul 1 – Warum Cyber-Krisen anders sind: Grundlagen und regulatorischer Rahmen
Die BSI-200-4-Begriffshierarchie vom IT-Sicherheitsvorfall über den IT-Notfall bis zur Cyber-Krise. Die neue NIS2-Pflichtenlage mit Meldefristen von 24 Stunden, 72 Stunden und einem Monat. Und die ersten 60 Minuten nach einem Ransomware-Befall – was zu tun ist und was die häufigsten Fehler sind.
Modul 2 – Die Cyber-Krisenorganisation: Rollen, Prozesse, Schnittstellen
Incident Response nach ISO/IEC 27035 in sechs Phasen: Vorbereitung, Erkennung & Analyse, Eindämmung, Beseitigung, Wiederherstellung, Nachbereitung. Wer im Cyber-Krisenstab sitzt, wenn IT auf Geschäftsführung, Recht und Kommunikation trifft. Und wie Incident-Response-Retainer und Cyberversicherung sich sinnvoll ergänzen.
Modul 3 – Fallstudie: Der Ransomware-Angriff auf die Uniklinik Düsseldorf 2020
Der Ransomware-Angriff auf die Uniklinik Düsseldorf 2020 – von einer 2019 bekannten, ungepatchten Schwachstelle bis zum IT-Ausfall der Notfallversorgung. Die tragische Fehlleitung einer Patientin und die Frage der strafrechtlichen Verantwortung. Und wie die Angreifer nach Behördenkontakt den Schlüssel ohne Zahlung übergaben.
Modul 4 – Fallstudie: Landkreis Anhalt-Bitterfeld und die Entscheidung Lösegeld ja/nein
Der erste deutsche „Cyber-Katastrophenfall“ im Landkreis Anhalt-Bitterfeld 2021 – von der unbemerkten Dwell Time bis zur Ausrufung des Katastrophenfalls. Die Lösegeldfrage anhand rechtlicher Risiken und der BSI-Position. Und die Kostenrechnung einer Monate- statt Tagekrise: rund €2,5 Mio. über sieben Monate.
Modul 5 – Nach dem Angriff: Wiederherstellung, Meldepflichten und Übung
Systeme nach einem Angriff sauber und priorisiert wiederherstellen, ohne die Kompromittierung zu wiederholen. Die zwei parallelen Meldewege NIS2 und DSGVO mit unterschiedlichen Fristen und Adressaten. Und Cyber-Übungen von der Tabletop-Übung bis zur Stabsrahmenübung mit eingebundenen OT-Schnittstellen.





